Saludos a la vida!

Es ist soweit. Unsere Zeit auf Gran Canaria neigt sich dem Ende zu. Die Insel hat sich mit den Jahren sehr verändert, aber immer noch kann sie so viel geben. Ein letztes Mal liege ich auf den „türkis trifft sonnenorange-farbenen Liegemöbeln“ und lausche mit geschlossenen Augen dem Kreischen der Möven, die man nur mit Mühe vom Rauschen der Wellen tief unter uns heraushören kann. Meine Gedanken schweifen ab, entwickeln ihren eigenen Rhythmus, schlagen Kapriolen, fliegen davon und kehren zurück. Seltsam, hier drehen sie sich nie im Kreis. Ich höre die Melodie des Windes und das Klatschen des Wassers gegen die Felsen, beobachte das Glitzern der Wasseroberfläche im Sonnenlicht, nehme wahr, wie es sich verändert und ich schaue den weißen Wattewolken zu, wie sie über den weiten Himmel ziehen, wie sie ihre Form verändern. Es gibt nichts, was ich nicht entdecke: Kaninchen, Hunde, einen Delphin, einen stockschwingenden Jungen, eine Orchidee, Häuser, ein pausbäckiges Gesicht – meine Phantasie kennt keine Grenzen. Ich denke an alles und nichts, aber nicht an Arbeit, Aufgaben, oder Probleme.

Hat mich diese Zeit hier glücklich gemacht? Ja, das hat sie, denn sie schenkt mir Leichtigkeit der Gedanken, Neugierde auf die kommende Zeit, Liebe in meinem Herzen, Ruhe für meine Seele und einfach Lust auf das Leben.

Nach einem anstrengenden und aufreibenden Jahr 2017, ist dies ein wunderbarer Start in ein neues, hoffentlich gutes Jahr. Wir sind voller Freude und Optimismus auf das, was kommen mag und fühlen uns gut gerüstet.

Deutschland erwartet uns laut der Zeitung mit den vier großen Buchstaben mit der “ russischen Kältepeitsche“ ( Drama, Baby, Drama), doch selbst darüber müssen wir lächeln. Selbst, wenn es jetzt kalt ist, über kurz oder lang kommt der Frühling zu uns. Er ist nicht mehr aufzuhalten.

Und halt, was ist das? Eine Wolke über mir hat exakt die Form von Kuba. Ist das ein Zeichen? Vielleicht unser nächstes Ziel? Lassen wir uns überraschen!

In der vergangenen drei Wochen habe ich viel gelesen.

Eine meiner Lieblingsautorinnen ist Meike Winnemuth. Sie hatte vor Jahren bei Günter Jauch 500.000€ gewonnen und hatte diese als Startkapital genutzt, um ein Jahr lang , für je einen Monat in den verschiedensten Städten zu leben, überall auf der Welt, von Adis Abeba bis Zürich. Das darüber entstandene Buch: “ Das große Los“ hatte mich fasziniert, genauso wie der Nachfolger “ Um es kurz zu machen- über das unverschämte Glück, auf der Welt zu sein“, ein Buch über das Glücklichsein, sehr zu empfehlen.

Meike Winnemuth schreibt jede zweite Woche eine Kolumne im Stern, im Januar ging es um “ Entitlement“, frei übersetzt um “ Anspruchsberechtigung“ und die Frau schrieb mir wieder aus der Seele. Es ging darum, dass heute jeder meint, einen Anspruch auf alles mögliche zu haben, allein durch die Tatsache, ein Dasein zu haben. Ein wirklich gelungener Artikel, der treffend belegte, welche professionellen Jammerlappen die Deutschen doch sind, der fein skizzierte, wie anspruchsvoll die Menschen sind und er entlarvte die Verrohung der Gesellschaft im Allgemeinen, die mir auch so oft sauer aufstösst. Die Zeilen haben mir mal wieder bestätigt, wie erfrischend es ist, die Worte von Frau Winnemuth auf sich wirken zu lassen.

Und sie lassen in mir Dankbarkeit und Demut wachsen, denn das Leben meint es gut mit mir. Ich habe ein erfülltes Dasein, eine wunderbare Beziehung, einen tollen Job, eine Familie, die mich jederzeit unterstützt und eine Menge unverzichtbarer Freunde, die jede Lebensphase mit mir durchleben, die sich mit mir freuen, die mich trösten und mit mir das Leben feiern. Saludos a la vida, ein Salut auf das Leben!

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